Frühlingsausflug zum Grabser Mühlbach am 18. April 2024
Die Geschichte des Mühlbachs ist sehr interessant und einzigartig in der Schweiz. Welche Gewerbe sich hier nieder gelassen haben, kann man sich in der heutigen Zeit kaum mehr vorstellen. Mühlen und Sägereien, das kennt man. Das kann an vielen Orten besichtigt werden. In Grabs waren es nicht nur ein oder zwei Betriebe, es waren über 20!
In Grabs wurde die Wasserkraft vielfältig genutzt. Wolle wurde gewaschen, gekardet, gesponnen, zu Tuch verarbeitet und zu hochwertigen Kleidern verarbeitet. Und das bis Mitte des 20. Jahrhundert.
In vier Mühlen wurde Getreide und auch der Riebelmais gemahlen. Es gibt noch alte Mühlen, die funktionstüchtig sind und besichtigt werden können.
In vier Schmieden wurden Hufeisen gefertigt, für die über 100 Pferde, die in Grabs zu arbeitszwecken gehalten wurden. Um die hochwertigen Messer, die Ersatzteile für die Mühlen, die Metall-Werkzeuge zu schmieden, kamen neben viel Handarbeit auch grosse Hammer in den Hammerschmieden, von der Wasserkraft betrieben, zu Einsatz.
Der Mühlbach wurde auch zum Waschen von Kleidern und Haushaltwäsche genutzt. Gegen Bezahlung konnte die Bevölkerung in einer der vier Waschküchen die Wäsche waschen. Es gab Kochhäfen und hölzerne Waschmaschinen, die wie die heutigen Maschinen dank einem ausgeklügelten System mit Kippgewichten die Drehrichtung wechselten und so für saubere Wäsche sorgten. Gespült wurde die Wäsche im Mühlbach, der neben oder in einem Kanal durch die Waschküche floss. Die letzte Waschküche schloss ihre Tore 1966.
Früher gab es viele kleine Mostereien in der Region. Mathias Vetsch baute 1949 eine Obstverwertungsanlagen, die anfänglich über 1000 Tonnen Obst verarbeitete. Heute ist die Menge kleiner, der Most aber immer noch sehr lecker.
Noch heute wird die Kraft des Mühlbachs genutzt. In Kleinkraftwerken wird Strom produziert. Dieser wird von den noch bestehenden Betrieben genutzt.



